Zum Abitur nach 12 Jahren

SPD widerspricht sich selbst

Die Landesvorsitzende der NRW - SPD äußerte sich in den vergangenen Tagen in einem Interview der RN unter anderem zum Abitur nach 12 Jahren. „Wir wollten nie, dass alle nach zwölf Jahren Abi machen." Ihre SPD-Bildungsexpertin und ehemalige Schulministerin Ute Schäfer der 2005 abgewählten rot-grünen Regierung vertritt heute Ähnliches.

 

Doch sah sie das 2005 noch ganz anders. Als eigentliche Wegbereiterin des Abiturs nach 12 Jahren erklärte sie 2005 dem Magazin Focus Schule: „Das „Turbo-Abi" sichert einen verantwortlichen Umgang mit der Lebenszeit junger Menschen."


Auf ihren Widerspruch angesprochen, mahnt sie eine „dilettantische" Umsetzung des neuen Abiturs an. Schäfer wie auch ihre Chefin Kraft sprechen von unerträglichen Stoffbelastungen für die Schüler und fordern eine zusätzliche Wahlmöglichkeit der Schüler, ob sie nach 12 oder 13 Jahren ihr Abitur machen möchten.


Josef Hovenjürgen: „Mir scheint, die SPD, besonders Frau Schäfer, war sich damals nicht bewusst, was sie da losgetreten hat und versucht heute, alles mies zu machen, was wir aus dem neuen Abitur gemacht haben. Wir wissen ja, dass sie gerne mal in die falsche Richtung unterwegs ist. Als NRW-Schulministerin wollte sie damals bis 2013 rund 16.000 Lehrerstellen streichen, und heute beklagt Sie sich ständig, dass die 8.000 zusätzlichen Lehrerstellen, die die CDU-Landesregierung geschaffen hat, nicht genug sind."