Josef HovenjürgenJosef Hovenjürgen

07.08.2010

Leserbrief von Josef Hovenjürgen MdL an die Waltroper Zeitung

Auf den Leserbrief von Herrn Seeling aus Datteln, erschienen in der Waltroper Zeitung am 06.09.2010, antwortete Josef Hovenjürgen MdL wie folgt:

Sehr geehrter Herr Seeling,

wenn Sie mich kennen würden, wüssten Sie, dass ich nicht zu überzogener Polemik neige, sondern mich in der Regel darum bemühe, Sachverhalte deutlich und klar zu erklären.

Mir sind der Text des Urteils und die darin gezogenen Rückschlüsse auf Fehlerhaftigkeit im vorangegangen Verfahren durchaus bekannt. Es bleibt trotzdem wahr, dass der Abstandserlass des Landes Nordrhein-Westfalen Möglichkeiten beinhaltet, die unter Berücksichtigung immissionsschutzrechtlicher Anforderungen u.ä. eine Unterschreitung des Mindestabstandes von 1.500 m möglich machen. Insofern dürfte das zur Klärung der von Ihnen aufgeworfenen Fragestellung noch mal hilfreich sein.

Des Weiteren erklären Sie selbst, dass Prof. Dr. Martin Faulstich, der Vorsitzende des Sachverständigenrats für Umweltfragen, erklärt hat, dass Deutschland im Jahre 2050 zu 100 % klimaschonend mit Strom aus erneuerbaren Energien endversorgt werden könnte.

Ich darf darauf hinweisen, dass wir uns im Jahre 2010 befinden und dieser Zeitraum bis 2050 40 Jahre beträgt. Aufgabe von Politik muss es sein, für diese Zeit des Übergangs eine sichere, saubere und bezahlbare Energieversorgung der Menschen in unserem Land sicherzustellen. Deshalb bin ich der festen Überzeugung, dass ein neues effizienteres Kohlekraftwerk für das Klima mehr bringt, als bis zu einem Datum im Jahre 2050 alte, überholte und weniger leistungsfähige und damit schadstoffreichere Werke am Netz zu lassen. Insofern sind wir im Ziel sogar einig: 100 % regenerative Stromversorgung für die Bundesrepublik Deutschland und damit auch für unser Land NRW. Aber bis wir dieses Ziel erreicht haben, sind wir auf kommerzielle Kraftwerke mit möglichst hohen Umwelt- und Leistungsstandards angewiesen. Es sei denn, wir würden uns von Stromlieferungen z.B. auch aus Atomkraftwerken in Westeuropa wie auch Osteuropa abhängig machen wollen.

Mit freundlichen Grüßen


Josef Hovenjürgen MdL



Anmerkung der Redaktion: Karl Seeling aus Datteln kritisierte die Äußerungen von Josef Hovenjürgen MdL im Bericht "Die CDU-Basis hat viele Fragen," erschienen in der Waltroper Zeitung am 04.09.2010, als reine Polemik. Er stellte zum einen in Frage, dass eine Unterschreitung des Mindestabstands von 1500 Metern zur nächten Wohnbebauung rechtlich möglich sei. Zum anderen bezweifelt er, dass es eine Versorgungslücke in unserer Energieversorgung geben würde, wenn wir uns bereits heute allein auf regenerative Formen der Energieerzeugung verlassen würden. Weiter führte er Studien an, wonach Deutschland im Jahr 2050 zu 100 Prozent aus regenerativen Energien versorgt werden könnte und dass für die Übergangszeit weder eine Verlängerung der Laufzeit der Atomkraftwerke noch der Neubau von Kohlekraftwerken notwendig wäre.