22.04.2010

Weltweit erstes Palliativzentrum für Kinder in Datteln eröffnet
Auf dem Gelände der Vestischen Kinder- und Jugendklinik in Datteln ist am Mittwoch ein Zentrum für schwerstkranke Kinder eröffnet worden.

 

Mit einem Gottesdienst in der St. Josef Kirche in Datteln unter der Leitung des Münsteraner Bischofs Genn begann die Feier zur Einweihung des Kinderpalliativzentrums in Datteln.

Chefarzt Prof. Dr. Boris ZernikowChefarzt Prof. Dr. Boris Zernikow

Prof. Dr. Zernokow begrüßte die zahlreiche Gäste und Förderer des Projektes, die gekommen waren, einen ganz besonderen Tag für die Schwächsten der Gesellschaft zu begehen. Er erklärte, das Ziel des neuen Palliativzentrums sei es, schwer erkrankte Kinder und ihre Angehörigen auf dem Weg ihres Leidens zu unterstützen. Er sprach von einem Haus des Lebens, nicht des Sterbens.

Josef Hovenjürgen MdL im Gespräch mit NRW-Gesundheitsminister LaumannJosef Hovenjürgen MdL im Gespräch mit NRW-Gesundheitsminister Laumann

NRW-Gesundheitsminister Laumann meinte: „Wir wollen hier für die Kinder und ihre Angehörigen Rahmenbedingungen schaffen, damit sie so lange wie möglich würdevoll und schmerzfrei leben können". Rund zehn Prozent der kranken Kinder und Jugendlichen benötigten jeden Tag ganz besondere Betreuung, da sie schwersterkrankt sind. Die Idee, ein Zentrum für diese Kinder und für die Betreuung der dazugehörigen Eltern und Geschwisterkinder zu schaffen, ist gänzlich neu.

Chefarzt Prof. Dr. Boris Zernikow, Bischof Genn und Josef Hovenjürgen MdLChefarzt Prof. Dr. Boris Zernikow, Bischof Genn und Josef Hovenjürgen MdL

Josef Hovenjürgen MdL konnte sich gemeinsam mit Bischof Genn und NRW-Gesundheitsminister Laumann bei einem Rundgang durch das neue Gebäude von der Vielschichtigkeit des Angebotes überzeugen, das nicht alleine die kranken jungen Menschen im Blick hat, sondern die ganze Familie vorbereitet, betreut und in ihrer schweren Lebenssituation begleitet.

NRW-Gesundheitsminister LaumannNRW-Gesundheitsminister Laumann

Der Minister beklagte eine bisher mangelnde Koordination der Versorgungsangebote. Eltern fühlten sich oftmals allein gelassen mit ihren Sorgen. Sie wüssten wegen der unübersichtlichen Hilfsangebote oft nicht, an wen sie sich wenden können. „Der Neubau der „Station Lichtblicke" und das dazugehörige „Forum für Familie und Fortbildung" garantiert jetzt eine ganzheitliche Versorgung unter einem Dach - das ist deutschlandweit einmalig", so der Minister. Er kündigte an, diese Versorgung flächendeckend in ganz Nordrhein-Westfalen etablieren zu wollen.
NRW-Gesundheitsminister Laumann mahnte jedoch die Krankenkassen, sich endlich auch an den Kosten für die geplanten Teams zur ambulanten, pädiatrischen Palliativversorgung zu beteiligen. Diese besuchen die Familien zu Hause und unterstützen sie dort. Die gesetzlichen Rahmenbedingungen seien gegeben. Die zum Konzept des Palliativzentrums gehörende ambulate Versorgung zu Hause soll zusätzlich eine professionelle Versorgung der Erkrankten in ihrer gewohnten Umgebung gewährleisten können.

„Das Kinderpalliativzentrum hat eine ganz entscheidende Bedeutung, auch für Datteln und unsere ganze Region. Mit reichem Engagement privater und institutioneller Stifter und Förderer konnte ein beträchtlicher Anteil der Finanzierung gesichert werden. So konnte diese Palliativversorgung für Kinder überhaupt erst ermöglicht werden. Über die Stiftung Wohlfahrtspflege, einer Initiative der Parlamentarier des Landes NRW, wird das Projekt auch von der Politik unterstützt. Die Vestische Kinder- und Jugendklinik Datteln - Universität Witten/Herdecke wird getragen von der Vestischen Caritas-Kliniken GmbH und ist ein wesentlicher Teil unserer Forschungs- und Bildungslandschaft im nördlichen Ruhrgebiet", erklärte Josef Hovenjürgen MdL.