
08.07.2010
Abschaffung der Studiengebühren verstärkt soziale Selektion
SPD und Grüne verschlechtern Bildungschancen anstatt sie zu verbessern
Das Ziel der möglichen neuen NRW-Landesregierung die Studiengebühren wieder abzuschaffen, bewirkt genau das Gegenteil von dem, was SPD und Grüne im Wahlkampf skandierten. Soziale Selektion wird sogar verschärft!
So der Tenor eines Gastbeitrages von Prof. Lothar Zechlin, Universität Duisburg-Essen, in der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung vom 06.07.2010.
Durch die Einführung der Studiengebühren 2006 haben die Hochschulen in NRW jährlich 260 Millionen Euro mehr zur Verfügung als zuvor. Unter anderem werden davon Maßnahmen zur Verbesserung der Studienbedingungen finanziert, über die die Studierenden selbst mitbestimmen. Vor allem zusätzliche Lehrveranstaltungen, bessere Betreuung von Erstsemestern, Beratungsangebote und vieles mehr konnte damit auf den Weg gebracht werden.
Prof. Zechlin weist nach, dass gerade Studierende aus „bildungsfernen Schichten" leiden, würde den Hochschulen dieses Geld wieder entzogen. Gerade Studierende aus „bildungsfernen Schichten" sind auf bessere Beratungsangebote und Betreuungen angewiesen. Am Beispiel Hessens zeigt Zechlin, dass gerade die Studierenden aus wohlhabenderen Familien von der Abschaffung der Studiengebühren profitieren, da sie die Studiengebühren aktuell selbst tragen müssen. Studierende aus ärmerem Hause können ihre Studiengebühren, die als Darlehen aufgenommen werden, über die Bafög-Rückzahlung abgelten und faktisch nichts zahlen. Wer weniger arm ist, muss das Darlehen nach dem Studium zurückzahlen, wenn er selbst Geld verdient.
Josef Hovenjürgen: „Ich freue mich, dass das NRW-Modell der CDU-FDP Regierung in sozialer Hinsicht gelungen ist. Das Hauptargument der Gegner der Studiengebühren, dass die Studentenzahlen abnehmen oder gerade Studierende aus einkommensschwachen Schichten nicht mehr studieren könnten, ist ad absurdum geführt worden. Eine soziale Selektion ist so gut wie nicht festzustellen, dafür hat auch Prof. Zechin keine Belege finden können. Viel wichtiger ist die Bekämpfung von Bildungsferne im Schul- und Vorschulbereich. Dort werden die Weichen für zukünftige Bildungswege gestellt."












